Ostern auf Polnisch – 5 Regeln für ein gelungenes erzkonservatives Osterfest in Polen

Feiertage müssen nicht unbedingt nur Erholung und Muße sein. Das erzkonservative polnische Osterfest (polnisch: Wielkanoc) ist davon weit entfernt. Die goldenen Regeln für gelungene und echte polnische Ostern werden von Generation zu Generation weitergegeben und setzten vor allem polnische Mütter unter Druck. Die jüngste Generation scheint sich allerdings von diesem straffen Osterprogramm konsequent zu befreien (dazu gibt es z.B. unzählige Aktionen bei Facebook nach dem Motto „Ich putze keine Fenster vor Ostern!“). Hier die obligatorischen Bestandteile von traditionellen Ostern in Polen – entsprechend überspitzt.

Ostereier gehören zum traditionellen Osterfest in Polen

1. Putzen, putzen und nochmal putzen

Bereits viele Wochen vor Ostern wird geputzt, was das Zeug hält. Egal ob Keller, Dachboden oder Fenster – alles muss glänzen und supersauber sein. Man ist danach zwar fix und fertig, aber darf stolz, den „absolut notwendigen“ Ostervorbereitungen nachgekommen zu sein.

2. Zu Hause ist es am besten

Das Osterfest feiert man traditionell zu Hause mit Familie und Verwandtschaft. Über die Osterfeiertage einen Urlaub in einem warmen Land am Strand unter den Palmen zu verbringen, zählt sozusagen nicht als echte Ostern.

3. Viel Essen muss sein

Es wird bis zum letzten Moment viel gekocht und gebacken, obwohl klar ist, dass niemand diese Essensmengen bewältigen kann, selbst wenn unerwartet die ganze Verwandtschaft zu Besuch kommen würde. Da am Karfreitag traditionell nicht nur vom Fleisch gefastet wird, sondern auch strenges Fasten eingehalten werden soll (d.h. nur eine sättigende Mahlzeit), wird das Kochen und Backen mit den ganzen dazugehörenden Düften zu einer richtigen Qual.

4. Jeden Tag Kirche

Tägliche Kirchenbesuche von Gründonnerstag bis Ostermontag sind ein sehr wichtiger Bestandteil polnischer Ostern. Am Karsamstag sogar zweimal, denn zusätzlich zum Abendgottesdienst werden tagsüber Körbchen mit Speisen (Ostereier (polnisch: pisanki), Brot, Wurst, Osterkuchen, Salz und Meerrettich) in den Kirchen gesegnet.

5. Der nasse Ostermontag

Am Ostermontag, der in Polen unter dem polnischen Brauch Śmigus-Dyngus, auch lany poniedziałek (begossener Montag) genannt, steht, muss man richtig nass werden. Auch wenn man beispielsweise gerade zu einem Besuch unterwegs ist, und keine Lust hat, bei seinen Gastgebern nass anzukommen, muss man sich über seine nasse Kleidung eigentlich freuen.

Wenn gewissenhaft und richtig traditionell umgesetzt, kann das polnische Osterfest ziemlich strapaziös sein und mit besinnlichem und entspanntem Feiern relativ wenig zu tun haben. Vielleicht deswegen wünscht man sich in Polen oft „Spokojnych Świąt Wielkanocnych“ (Ruhige Ostern). 🙂

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