Ein Tag im Leben einer Konferenzdolmetscherin für Polnisch

Oft wird der Vergleich gemacht, die Arbeit eines Konferenzdolmetschers ist so stressig wie die eines Piloten. Stress gehört sicherlich dazu und das Konferenzdolmetschen erfordert außer den perfekten Kenntnissen der jeweiligen Sprache und Kultur, schnelles Lernen in vielen unterschiedlichen Bereichen, disziplinübergreifendes Wissen, maximale Konzentration und Flexibilität, ist aber auch immer sehr spannend. Hier ein Einblick in einen meiner Einsätze als Konferenzdolmetscherin für Polnisch in Düsseldorf.

Vorbereitung und Anreise

Ein Tag aus dem Leben einer Konferenzdolmetscherin für Polnisch, am Flughafen NürnbergAm späten Nachmittag mache ich mich auf den Weg Richtung Flughafen Nürnberg. Im Zug kann ich mich bei meiner Lieblingsmusik entspannen und auf den bevorstehenden Einsatz als Konferenzdolmetscherin einstimmen. Da alle Unterlagen und Informationen im Zusammenhang mit den Inhalten der Konferenz immer vertraulich behandelt werden müssen, lese ich, auch wenn sich das vielleicht anbieten würde, keine Unterlagen vom Kunden in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer weiß, wer da unter Umständen noch mitlesen würde…
Auf den Einsatz habe ich mich bereits am Vortag vorbereitet.

Abendgespräche

In Düsseldorf gelandet, geht es dann zum Hotel in der Nähe des Flughafens, in dem auch die morgige Konferenz stattfindet. Da die meisten Teilnehmer schon anwesend sind, tEin Tag aus dem Leben einer Konferenzdolmetscherin für Polnisch, am Flughafen Düsseldorfreffen sich alle an der Bar, wo in lockerer Atmosphäre sowohl inhaltliche, als auch private Gespräche geführt werden. Die polnischen Konferenzteilnehmer sind ebenso schon da, unterhalten sich gerne und lange mit den deutschen Kollegen, und ich dolmetsche. Da in solchen Gesprächen häufig Witze erzählt oder Wortspiele gemacht werden, ist ab und zu eine schöne Herausforderung für mich als Dolmetscherin mit dabei. Das macht Spaß und ich selbst muss bei solchen Gesprächen auch oft lachen.

In der Dolmetscherkabine

Am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück, beginnt die Konferenz. Neben mir und meinem Kollegen in der polnischen Dolmetscherkabine, sind noch Kollegen und Kolleginnen für andere Sprachen in den anderen Kabinen anwesend, und für den reibungslosen technischen Ablauf sorgen zwei Techniker. Es folgen die jeweiligen Programmpunkte mit Vorträgen, Präsentationen, Fragenrunden und Diskussionen. Ich und mein Kabinenkollege wechseln uns alle 20 Minuten ab. Während der/die Andere dolmetscht, kann man sich zwar etwas erholen, aber gedanklich abwesend ist man nicht. Denn man ist, wie der Co-Pilot im Flugzeug, immer bereit zu übernehmen oder zu helfen, falls der Partnerdolmetscher nicht gleich auf den richtigen Begriff kommt oder beispielsweise eine Hustenattacke bekommen würde. Bei Vorträgen oder Redebeiträgen in anderen Sprachen als den eigenen Arbeitssprachen (bei mir sind es Deutsch, Polnisch und Englisch) kommt das Relais-Dolmetschen zum Einsatz. Dies bedeutet, dass die Konferenzdolmetscher, die beispielsweise die spanische Sprache nicht beherrschen, über das Dolmetschpult die Verdolmetschung der spanischen Kabine ins Deutsche wählen, diese über ihre Kopfhörer hören und in ihre Zielsprache dolmetschen. In den Pausen trifft man die Dolmetscher meistens am Fenster oder auf der Terrasse, denn frische Luft ist in der kleinen Dolmetscherkabine leider meistens ziemlich schnell Mangelware. 😉

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz

Von Düsseldorf sehe ich dieses Mal leider nicht viel. Nachdem alle Programmpunkte der Konferenz abgearbeitet sind, es keinen weiteren Diskussionsbedarf gibt und alle notwendigen Vereinbarungen getroffen wurden, ist es an der Zeit, sich zu verabschieden, ein Taxi zu bestellen und zum Flughafen zu fahren. Die Konferenz war für mich als Dolmetscherin sehr interessant, aber über alle Inhalte muss ich trotzdem stets absolute Verschwiegenheit bewahren. Als Dolmetscher hört man oft sehr früh von Informationen, Erfindungen oder Entwicklungen, von denen erst viel später in den Medien berichtet wird. Gegen 23 Uhr bin ich zu Hause und am nächsten Tag erwartet mich ein weiterer Einsatz als Konferenzdolmetscherin für Polnisch in Regensburg.

Erholung muss sein

Danach ist schon das Wochenende, während dessen Erholung angesagt ist. Diese ist für die Work-Life-Balance eines Konferenzdolmetschers sehr wichtig, denn die nächsten Dolmetscheinsätze in Nürnberg, Berlin, München oder einer anderen Stadt in Europa verlangen genauso viel Vorbereitung im Vorfeld und maximale Konzentration beim Dolmetschen. Ich persönlich erhole mich am besten beim Sport. In der kalten Jahreszeit am liebsten beispielsweise beim Flutlicht-Skifahren, und das nur 20 km weit weg von meiner Haustür. 😊

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2 odpowiedzi na „Ein Tag im Leben einer Konferenzdolmetscherin für Polnisch

  1. Dominika pisze:

    Sport ist tatsächlich die beste Methode, sich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen! Radfahren kommt auch in Frage, sogar im Winter 🙂 Viel Spaß Ola und ich hoffe, dass wir uns bald wieder in Warschau treffen! 🙂

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